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31.03.2017, 11:02 Uhr
Qualifizierung ist das A und O
Walsrode. Zu einem Gedankenaustausch traf sich CDU-Landtagsabgeordnete Gudrun Pieper in der Kita Vorbrück mit Kita-Leiterin Susanne Heßland und Stellvertreterin Anja Jonke. Vor dem Hintergrund des neuen umstrittenen Aktionsplans Inklusion und der erhofften Novellierung des Kindertagesstättengesetzes (KiTaG) war es der Abgeordneten ein Anliegen direkt aus der Praxis zu erfahren, wo Nachbesserungsbedarf besteht.
v. lks: Anja Jonke, Gudrun Pieper MdL, Susanne Heßland, Jutta Budig (Sprachförderfachkraft)
„Nach einer langen Zeit der Stagnation liegt endlich der Aktionsplan Inklusion für Niedersachsen vor“, erklärte Gudrun Pieper. „Leider haben die von unserer der CDU-Fraktion, bereits im Vorfeld, angesprochenen Kritikpunkte bei der Landesregierung keine Beachtung gefunden. Es fehlt an Verbindlichkeiten, so dass der Plan nur eine Grundlage sein kann.“ Der Aktionsplan Inklusion enthält 211 Ziele und Maßnahmen, die zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Niedersachsen in den nächsten beiden Jahren realisiert werden sollen. Doch die konkrete Umsetzung der Maßnahmenvorschläge sei im Aktionsplan leider in vielen Bereichen weiterhin offen bzw. ohne einen konkreten Zeitplan oder einer gesetzlichen Regelung. „Inklusion schließt immer alle Gruppen einer Kita mit ein und ist immer mit dem zur Verfügung stehenden Personal verbunden“, erläutert Susanne Heßland. „Wir wollen und dürfen kein Kind ausgrenzen, aber personell entstehen bei Kindern mit erhöhtem Betreuungsaufwand oft Engpässe.“ Momentan seien die Bedingungen für eine gelungene Inklusion nicht gegeben, zumal eine zusätzliche Heilpädagogische Fachkraft derzeit nur mit 10 Stunden pro Woche und Kind subventioniert wird. Um die Qualität in den Kitas zu verbessern seinen kleine Gruppen und ein verbesserter Personalschlüssel von Nöten. Doch das lang ersehnte Kindertagesstätten-Gesetz sei, laut Gudrun Pieper nicht in Sicht. Die im Gegenzug dazu aktuell entbrannte Diskussion um die Beitragsbefreiung von den Kindergartengebühren, kann die Abgeordnete nicht nachvollziehen. „Eine Entlastung der Eltern ist zwar positiv zu beurteilen, es muss uns aber auch daran gelegen sein eine gute personelle und bauliche Ausstattung der Kitas zu erreichen. Von mehr Qualität bei der Betreuung profitieren alle Kinder. In diesem Zusammenhang berichtete sie, dass es im Kultusministerium Überlegungen gäbe, die Förderung für den Ausbau der frühkindlichen Betreuung zu senken. Statt einer Förderung für den Ausbau von Kinderkrippen von 12.000€ je Krippenplatz, sollen verstärkt die Kommunen zur Kasse gebeten werden. Pro Krippenplatz wolle das Land in Zukunft nur noch 9500€ zahlen. „Die Einführung der dritten Krippenkraft 2015 war ein Weg in die richtige Richtung“, sagte Gudrun Pieper. „das Geld nun an anderer Stelle einsparen zu wollen, geht aber zu Lasten der Qualität in unseren Kitas, denn hier wird hochwertige Betreuungsarbeit geleistet.“ Der Bedarf an Kindertagesbetreuung nehme stetig zu. Immer mehr Familien sowie Alleinerziehende seien auf eine gute Betreuung angewiesen. Ausreichend Krippenplätze mit flexiblen Betreuungszeiten seien aus diesem Grund ebenso wichtig wie die Betreuungsqualität. Susanne Heßland weiß: „Qualifizierung ist das A und O. Wer Qualität in den Kindertagesstätten will, muss in die Fortbildung seiner Mitarbeiter investieren. Deshalb müssen die Qualifizierungsmöglichkeiten für Erzieherinnen und Erzieher weiter ausgebaut und vor allem verbindlich geregelt werden.“ Dieses Ziel könne nur gemeinsam gelingen, wenn Bund, Land und Träger an einem Strang ziehen.

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